{"id":119,"date":"2015-12-07T08:47:14","date_gmt":"2015-12-07T07:47:14","guid":{"rendered":"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/?p=119"},"modified":"2020-12-03T15:28:09","modified_gmt":"2020-12-03T14:28:09","slug":"europas-fehlende-oberflaechlichkeit-kommunikationsanalyse-design-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/europas-fehlende-oberflaechlichkeit-kommunikationsanalyse-design-eu\/","title":{"rendered":"Europas fehlende Oberfl\u00e4chlichkeit"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"40b2\">Oberfl\u00e4chen haben es schwer. Im Alltag erleben wir sie nur beil\u00e4ufig, sie sind selten erw\u00e4hnens- oder bemerkenswert. Und wenn es darauf ankommt, gen\u00fcgen sie nicht. Dann begeben wir uns lieber in die Tiefe: Grundsatzdebatten, der Inhalt z\u00e4hlt. Dinge werden hinterfragt und durchgearbeitet bis wir unter der Oberfl\u00e4che sind. Hinter ihr steckt bekanntlich mehr \u2013 wir vermuten: die Wahrheit. Alles andere ist nur oberfl\u00e4chlich oder gar T\u00e4uschung.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"13df\">Dabei ist das Wahrnehmen von Oberfl\u00e4chen der Normalfall, und die Besch\u00e4ftigung mit der Tiefe die Ausnahme. Wer wei\u00df schon was in einem Smartphone passiert, wenn man eine App startet, oder wie sie technisch \u00fcberhaupt da hingekommen ist. Oder wie eine Postkarte vom Briefkasten genau zum Empf\u00e4nger kommt. Es k\u00e4me auch Niemand auf die Idee den Weg zur Arbeit \u201edurchzuarbeiten\u201c. Die Stra\u00dfen, die da links und rechts abgehen, sind nicht weiter verfolgenswert.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"c653\">Und doch sind all dies Oberfl\u00e4chen, die uns durchs Leben f\u00fchren. Der Bildschirm des Smartphones und der leuchtend gelbe Briefkasten sind deswegen \u2013 mal mehr, mal weniger gut \u2013 bewusst gestaltet. Die vom Weg abgehenden Stra\u00dfen, und die Fassaden der s\u00e4umenden H\u00e4user, folgen zwar selten einem gro\u00dfen Plan, versichern uns aber trotzdem t\u00e4glich aufs Neue, dass wir noch nicht vom Weg abgekommen sind. Oberfl\u00e4chen helfen uns ganz unabh\u00e4ngig davon, ob wir hinter sie schauen k\u00f6nnen. Auch dann, wenn sie Niemand f\u00fcr uns gestaltet hat. Sie verraten uns mehr \u00fcber die Welt als uns bewusst ist.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"ef21\">Im t\u00e4glichen Leben sind Oberfl\u00e4chen die kleinen Helfer des Alltags. F\u00fcr Familien, Organisationen oder Staaten sind sie unerl\u00e4sslich. Immer dann, und \u00fcberall dort wo Menschen zusammenkommen, um etwas gemeinsam zu tun, bilden sich Oberfl\u00e4chen. Das kann der Wimpel beim Kegelclub sein, oder der K\u00fcchentisch an dem t\u00e4glich gefr\u00fchst\u00fcckt wird. Bei der Polizei bilden die Uniformen und die Beklebung der Autos eine Oberfl\u00e4che f\u00fcr die B\u00fcrger. Da kann schon ein Farbwechsel von gr\u00fcn auf blau f\u00fcr reichlich Irritationen sorgen. Und auch der Teppich im Flur zum Chef oder die gesch\u00e4ftliche E-Mailsignatur tragen jederzeit dazu bei, dass eine Organisation f\u00fcr den Einzelnen wahrnehmbar bleibt. Ohne Oberfl\u00e4che kann sie das nicht. Eine Firmenphilosophie, eine Vereinssatzung oder eine Verfassung zeugen hoffentlich von Tiefe, sind im Alltag aber nicht erlebbar.&nbsp;<mark>Die Tiefe kommt erst an uns heran, wenn sie uns als Oberfl\u00e4che erscheint. Bilder, Symbole, Zeichen, Gesten, Rituale. Manchmal reicht schon ein wei\u00dfer Kittel um einem Fremden zu vertrauen.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"88ff\">Europas Mangel<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"f2c9\">Genau an diesem Punkt hat Europa ein Problem. Gerade jetzt auch beim Fremden \u2013 aber vor allem beim Kittel und dem Vertrauen. Europa ist nicht erlebbar, weil es den Europ\u00e4ern keine Oberfl\u00e4chen anbietet. Der \u201eviel beschworene Geist Europas\u201c (wie leer das klingt!) bleibt unsichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"76e7\">Was man 2008 noch als beruhigendes Zeichen missdeuten konnte \u2013 Europa war f\u00fcr eine Generation doch selbstverst\u00e4ndlich geworden! \u2013 ist sp\u00e4testens in der Krise fatal.&nbsp;<em>Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.<\/em>&nbsp;Aber was scheitert eigentlich, wenn Europa scheitert?<\/p>\n\n\n\n<p id=\"541b\">Auf diese Frage gibt es nur Antworten, die in der Tiefe liegen. Eigentlich ist schon die Frage nicht tief genug f\u00fcr&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/ianbremmer\/status\/745858554733658116\">Europa<\/a>. Man m\u00fcsste erst einmal unterscheiden in den Erdteil und den Kontinent, die europ\u00e4ischen Nationalstaaten (und die, die nur teilweise in Europa liegen), den Europarat, den Schengen-Raum, Staaten die den Euro eingef\u00fchrt haben und die Europ\u00e4ische Union. <a href=\"https:\/\/ordersbeyondborders.blog.wzb.eu\/2019\/07\/30\/ist-europa-so-schwer-zu-erklaren\/\">Europa ist an sich nicht sehr griffig.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"a650\">Die Europ\u00e4ische Union ist dabei noch am ehesten f\u00e4hig eine Oberfl\u00e4che zu bilden. Wie ist die Lage?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1345\" height=\"897\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2.jpeg\" alt=\"Illustration von Europas unsichtbaren Grenzen\" class=\"wp-image-121\" title=\"Illustration von Europas unsichtbaren Grenzen\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2.jpeg 1345w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1FMkLBNZJA7awnnsLYxNDCw-2-1024x683.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1345px) 100vw, 1345px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"0e0b\">Grenzen<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"0e0b\">Eins der verbreitetsten Argumente, das f\u00fcr Europa wieder und wieder angef\u00fchrt wird, ist (war?) das der abgeschafften Grenzkontrollen. Dass die Europ\u00e4er so leichter Urlaub machen k\u00f6nnen ist richtig und wunderbar. Es bemerkt aber Niemand \u2013 und die j\u00fcngeren Generationen haben gar nicht erlebt, dass es mal anders war. Nicht vorhandene Grenzen sind leider das Gegenteil einer Oberfl\u00e4che, die man wahrnehmen k\u00f6nnte. Und so verschwindet einer der gr\u00f6\u00dften Fortschritte der letzten Jahrzehnte aus dem Bewusstsein der Europ\u00e4er. Da kann die Politik das Argument noch so mantra-artig herunterbeten. Es bleiben hohle S\u00e4tze, so lange offene Grenzen nicht bewusst wahrgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"60ba\">Warum gibt es keine Flyer der EU f\u00fcr alle europ\u00e4ischen L\u00e4nder (Die wichtigsten Daten des Landes, eine Hand voll Tipps f\u00fcr Touristen, Hinweise f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisende), die in Z\u00fcgen, Bussen und Flugzeugen ausliegen die Staatsgrenzen innerhalb Europas kreuzen? Das kostet doch nichts. Wenn man Papier sparen will, k\u00f6nnte man die Mobilfunknetzbetreiber doch sicher auch verpflichten nach der Grenz\u00fcberquerung nicht nur die Roaming-Geb\u00fchren per SMS zu nennen, sondern auch auf eine Informationsplattform zu verlinken.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"427c\">Es ist nat\u00fcrlich nicht so, dass es diese Informationen nicht g\u00e4be, aber w\u00e4re es nicht clever wenn die EU ihr eigenes Bild mitpr\u00e4gen w\u00fcrde? Klar, es gibt wichtigeres als Urlaubsreisen, aber es ist eben ein ziemlich guter, weil privater, Moment, in dem sich die EU zeigen k\u00f6nnte. Von diesen Momenten gibt es im Alltag nicht sehr viele.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"4d76\">Warum stehen an den Grenzen keine Schilder auf denen <em>\u201eWillkommen in Europa\u201c<\/em> steht? Zu beiden Seiten, in der jeweiligen Landessprache. Ein Schild das mir in meiner Landessprache im Moment der Heimkehr sagt, dass ich in Europa angekommen bin, und ein Schild welches in einer fremden Sprache die Betonung auf die Vielf\u00e4ltigkeit Europas legt. Schilder die auf Europa hinweisen braucht es nicht nur an der europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen, sondern auch an den Binnengrenzen. Das w\u00fcrde eine Oberfl\u00e4che schaffen die nach innen wirkt \u2013 Ein Aspekt von Gestaltung der h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1400\" height=\"933\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2.jpeg\" alt=\"Darstellung der Nationalflaggen aus der europ\u00e4ischen Union\" class=\"wp-image-122\" title=\"Darstellung der Nationalflaggen aus der europ\u00e4ischen Union\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2.jpeg 1400w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/15ODHcFAgC4eZiflQlSoT6Q-2-1024x682.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"1f5c\">Flaggen<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"1f5c\">Die derzeitigen, gelinde gesagt leicht technokratischen, Schilder an den Grenzen \u2013 die aus rechtlichen Gr\u00fcnden sicher zus\u00e4tzlich notwendig sind, aber hey, an Schildern mangelt es eh nicht \u2013 offenbaren einen Gestaltungsfehler den sehr viele Oberfl\u00e4chen von Europa machen: Es werden die Nationalstaaten betont, was immer den Eindruck erweckt, dass Europa eben nicht mehr sei, als eine lose Ansammlung von Staaten. W\u00e4re es dann nicht verzichtbar? Es ist fast unm\u00f6glich eine Europaflagge zu finden, die nicht von Flaggen der Nationalstaaten eingerahmt wird.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"1986\">Das ist nat\u00fcrlich kein grundlegender Fehler wenn man betonen m\u00f6chte, dass die Staaten zur Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6ren und in ihr eine Einheit bilden (was exakt die Symbolik der Europaflagge beschreibt, und damit eigentlich eine sinnlose Wiederholung ist). Europa erscheint in dieser Anwendung aber immer als Beiwerk, ein Konzept in Unterzahl. Es rahmt nicht, es wird eingerahmt. Man m\u00fcsste den Fokus ab und zu auf Europa, nicht auf die Nationalstaaten legen. Das ist erstmal ein Gestaltungsfehler, kein politischer.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"69b6\">Europas Flagge braucht mehr Eigenst\u00e4ndigkeit und Raum um sich im Alltag zu behaupten. Wenn die USA es schaffen, dass wir beim Einchecken am Flughafen die Schuhe ausziehen m\u00fcssen, wird es doch m\u00f6glich sein bei innereurop\u00e4ischen Fl\u00fcgen den Check-in sichtbar mit der Flagge der Europ\u00e4ischen Union zu kennzeichnen. Das w\u00fcrde auch sch\u00f6n den Kontrast zu transatlantischen Fl\u00fcgen verdeutlichen (insofern wir unsere Freiheitsrechte jetzt nicht auch aufgeben, aber dann w\u00e4re die EU so oder so verzichtbar). Keep your shoes on!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-1024x682.jpeg\" alt=\"Beispielhafte Illustration eines Tores auf einer Banknote der EU.\" class=\"wp-image-123\" title=\"Beispielhafte Illustration eines Tores auf einer Banknote der EU.\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1iqN3sZy-n2lPSAMMGgM92w-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"ee97\">Euronoten<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"ee97\">Yaris Varoufakis traf vor Jahren auf einer TED-Konferenz einmal eine \u2013 in Teilen unfaire, aber hier trotzdem erw\u00e4hnenswerte \u2013 Beobachtung: Gibt es ein besseres Symbol f\u00fcr ein Europa, dass sich nicht einigen kann, als das Design der Euronoten? Sie werden mit Toren und Br\u00fccken bedruckt (tolle Idee!), die es gar nicht gibt (mehr so ein Kompromiss, der die tolle Idee zu Nichte macht). Wenn man sich nicht einmal darauf einigen kann gemeinsam ein paar echte Br\u00fccken und Tore zu identifizieren, die f\u00fcr Europa stehen k\u00f6nnten, muss man sich nicht wundern, wenn Europa so wenig wirkt wie diese abstrahierte Platzhalterarchitektur.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"f4b4\">Offensichtlich wollte man der Diskussion aus dem Weg gehen, dass ein Land X der Europ\u00e4ischen Union mit seiner Architektur auf keiner Banknote des Euros vorkommt. Das ist ja irgendwie verst\u00e4ndlich. Ich vermute aber, dass eine europaweite Abstimmung \u00fcber die Motive, wenn sie gut aufgesetzt und moderiert worden w\u00e4re, Europa viel mehr gebracht als geschadet h\u00e4tte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.govt.nz\/browse\/engaging-with-government\/the-nz-flag-your-chance-to-decide\/\">(In Neuseeland klappt das gerade ganz gut)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"e84a\">Architektur<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"e84a\">Die Europ\u00e4er h\u00e4tten sich vielleicht mit ihrer regionalen Architektur auseinandergesetzt und f\u00fcr sie geworben. Vielleicht h\u00e4tten sie wegen der Abstimmung sogar etwas \u00fcber andere L\u00e4nder, Kulturen, Kunstepochen und Architektur im Allgemeinen gelernt. Klar, nicht jedes vorgeschlagene Tor und jede Br\u00fccke w\u00e4re sofort auf einer Banknote gelandet, aber die werden ja eh laufend erneuert. Das bisschen Streit und Entt\u00e4uschung muss man schon aushalten wollen, wenn man es mit einem Europa der B\u00fcrger ernst nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"413b\">Mit so einem Wettbewerb h\u00e4tte die Europ\u00e4ische Union auch zeigen k\u00f6nnen, worin sie besonders gut ist: Die europ\u00e4ische Vielfalt zu feiern und zu erhalten. Man muss nur die Oberfl\u00e4che schaffen, damit das mal Jemand mitbekommt. Wer sich einmal f\u00fcr die Br\u00fccke in seinem Heimatort eingesetzt hat, versteht auch eher, was diese komplizierten Regeln \u201eaus Br\u00fcssel\u201c eigentlich sollen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"601\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1i3LdrBkLDWgglzUXOiaQBg-2.jpeg\" alt=\"Foto der Downing Street 10\" class=\"wp-image-124\" title=\"Foto der Downing Street 10\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1i3LdrBkLDWgglzUXOiaQBg-2.jpeg 900w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1i3LdrBkLDWgglzUXOiaQBg-2-720x481.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1i3LdrBkLDWgglzUXOiaQBg-2-768x513.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1i3LdrBkLDWgglzUXOiaQBg-2-300x200.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption>Bildquelle: somewhereto_, flickr.com (CC BY-SA 2.0)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Allein die Tatsache, dass wir von \u201eBr\u00fcssel\u201c sprechen verr\u00e4t einiges \u00fcber unser Verh\u00e4ltnis zur EU. Europa ist dann weit weg, und ein ziemlich abstrakter und ungenau definierter Ort. In Gro\u00dfbritannien spricht man von der Downing Street. Mit Hausnummer! Und die Oberfl\u00e4che von diesem Ort ist eine T\u00fcr in einem v\u00f6llig normal aussehenden Wohnhaus. Wahrscheinlich kommt Niemand auf die Idee dort einfach mal zu klopfen um den Premierminister zu sprechen. Aber dieses Bild ver\u00e4ndert, ganz unabh\u00e4ngig von den politischen Entscheidungen, die an diesem Ort getroffen werden, unsere Wahrnehmung. Der Begriff der Downing Street 10 l\u00e4dt ein. Wo w\u00fcrde man klopfen wollen, wenn man Jean-Claude Juncker oder Martin Schulz sprechen will?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-1024x682.jpeg\" alt=\"Illustration der Architektur inS Stra\u00dfburg \" class=\"wp-image-127\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/12pEzd9Zzk0VDTMX5vcmOFQ-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p id=\"e17e\">Wenn man nicht gerade ein Politnerd ist oder in Stra\u00dfburg wohnt, kann man das Europaparlament in Stra\u00dfburg eigentlich kaum als Parlamentsgeb\u00e4ude erkennen. Es k\u00f6nnte auch ein Bahnhof sein. Oder die Firmenzentrale von Nestl\u00e9. Beim Geb\u00e4ude der Kommission verh\u00e4lt es sich \u00e4hnlich,&nbsp;<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:BERLEYMONT-HEADQUARTERS_EUROPEAN_COMMISSION-BRUSSELS-Dr._Murali_Mohan_Gurram_%281%29.jpg#\/media\/File:BERLEYMONT-HEADQUARTERS_EUROPEAN_COMMISSION-BRUSSELS-Dr._Murali_Mohan_Gurram_%281%29.jpg\">nur schlimmer<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"e0d7\">Warum Architekten auf die Idee kommen, dass gro\u00dfe Glasfassaden transparent wirken sollen (Und Transparenz ist in der Politik ja gerade besonders wichtig), wo sie doch nur h\u00f6llisch spiegeln, bleibt mir schleierhaft. Sie f\u00fcgen sich nat\u00fcrlich ganz hervorragend in die Umgebung ein, aber manchmal m\u00f6chte man ja eher hervorstechen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"b4b1\">Ein Parlamentsgeb\u00e4ude Europas k\u00f6nnte sich das erlauben. Die Ansichten des Geb\u00e4udekomplexes in Stra\u00dfburg, die es tun, spielen in der \u00d6ffentlichkeit aber selten eine Rolle. Vielleicht sollte man dort mal ein gro\u00dfes B\u00fcrgerfest mit Lichtinstallation werfen, um das Geb\u00e4ude in ein anderes Licht, bei anderer Perspektive zu r\u00fccken. Ein paar Archivaufnahmen mit normalen Menschen vor dem Geb\u00e4ude (die Wiese vor dem Reichstag ist da wirklich n\u00fctzlich) w\u00e4ren auch hilfreich. Wenn es nach dem durchschnittlichen symbolischen Schnittbild der TV-Sender geht, huscht da ja nur hastig mal ein Verwaltungsbeamter in Trenchcoat mit Aktentasche vorbei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"5a70\">Plenarsaal<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"5a70\">Der Plenarsaal ist ein Ort an dem \u00d6ffentlichkeit entstehen muss. Bei den Planungen hat man auch einige sch\u00f6ne Ideen in den Entwurf einflie\u00dfen lassen. Zum Beispiel das lichtvert\u00e4felte Rund, die wei\u00dfe Deckenkonstruktion oder die gro\u00dfen umliegenden Besucherterassen. Wenn man&nbsp;<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:European_Parliament_Strasbourg_Hemicycle_-_Diliff.jpg#\/media\/File:European_Parliament_Strasbourg_Hemicycle_-_Diliff.jpg\">als Besucher den Saal betritt<\/a>&nbsp;ger\u00e4t die Fassade des Geb\u00e4udes schnell in Vergessenheit. Im Gegensatz zu vielen nationalen Parlamenten wirkt der Raum auch luftiger, offener. Vielleicht ein wenig zu k\u00fchl. Die meisten Europ\u00e4er kennen den Plenarsaal aber h\u00f6chstens aus TV-Aufnahmen. Und dort dominieren andere Perspektiven, als die der Besuchertrib\u00fcne. Wie wenig der Saal dann wirkt, zeigt sich wenn der Papst zu Besuch ist. Dann kommuniziert die R\u00fcckseite eines Knopfs an der Soutane mehr als das gesamte Geb\u00e4ude.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-1024x683.jpeg\" alt=\"Der Papst spricht im europ\u00e4ischen Parlament\" class=\"wp-image-128\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-1200x801.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1eS4-mDX6TvNUKtcB6VKaGQ-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bildquelle: Claude Truong-Ngoc \/ Wikimedia Commons \u2013 cc-by-sa-3.0<br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"6d3e\">Die Kleidung des Papstes kann man altert\u00fcmlich finden, oder zeitlos, h\u00e4sslich oder sch\u00f6n, \u00fcbertrieben oder dem\u00fctig, scheinheilig oder heilig. Sie kommuniziert auf jeden Fall etwas, sie bildet eine funktionierende Oberfl\u00e4che. Man kann sich zu ihr positionieren, sogar unabh\u00e4ngig davon wer sie gerade tr\u00e4gt. Dieser Plenarsaal gibt \u2013 in dieser nicht ganz unwichtigen Kameraeinstellung \u2013 nicht einmal ein schlechtes Bild ab. Er gibt \u00fcberhaupt kein Bild mehr ab.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"0240\">Und das ist doch nicht nur mit der schwierigen Suche nach Kompromissen zu erkl\u00e4ren, oder damit, dass der Saal nat\u00fcrlich auch eine bestimmte Funktion im Ablauf von Sitzungen zu erf\u00fcllen hat. Die Abgeordneten des Parlaments beschweren sich zu Recht \u00fcber fehlende mediale Pr\u00e4senz des&nbsp;<a href=\"https:\/\/medium.com\/u\/c3b7556ad152?source=post_page-----c94747246b70--------------------------------\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Europaparlament<\/a>. Dann muss man im 21. Jahrhundert aber auch darauf achten, dass Bilder erzeugt werden, die Jemand sinnvoll ausstrahlen k\u00f6nnte. Am besten ohne den Papst einladen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"958e\">Das haben die Parlamentarier auch erkannt und halten deswegen regelm\u00e4\u00dfig politische Slogans auf DIN A4 Bl\u00e4ttern in die H\u00f6he. Wahrscheinlich auf den Tintenstrahldruckern der Parlamentsverwaltung produziert. Wird man im europ\u00e4ischen Parlament nur geh\u00f6rt, wenn man sich Schilder bastelt? Das wirkt etwas hilflos.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"17a2\">Ein solches Bild aus dem Plenarsaal m\u00fcsste mehr Kontext geben (Wo ist das? Wer spricht? In welcher Rolle? An wen?), im besten Fall w\u00e4re es \u2013 nach ein paar Legislaturperioden \u2013 ikonisch.&nbsp;<a href=\"http:\/\/blogs.reuters.com\/photographers-blog\/2011\/05\/02\/ready-to-record-history\/\">In den USA reicht eine einzige Kameraperspektive um einen Moment mit Geschichte aufzuladen.<\/a>Aber Europa scheitert ja schon an der Technik f\u00fcr den Stream.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-1024x683.jpeg\" alt=\"Screenshot einer Fehlermeldung im Stream der State of the Union\" class=\"wp-image-129\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-1200x801.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1_6tnfVPmtSE1kMJndZoXog-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">State of the Union<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der wichtigsten Rede, die vor dem europ\u00e4ischen Parlament gehalten werden kann, der neu eingef\u00fchrten \u201eState of the Union\u201c, sah die Webseite des Parlaments (nach dem man unn\u00f6tigerweise erst einmal ausw\u00e4hlen musste in welcher Sprache man die Webseite aufrufen will, und danach nat\u00fcrlich das EU-Cookie-Banner weggeklickt hat\u2026) so aus:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-1024x682.jpeg\" alt=\"Screenshot der Startseite der Webseite des Europaparlaments\" class=\"wp-image-130\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1aOCY1NWPcD-vK4kWzJhhlw-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gut, der Hinweis auf den Livestream ist jetzt nicht der einzige Inhalt, der in diesem Web 2.0-Retro-Wirrwar untergeht. Aber wenn man den Link einmal gefunden hatte (treffenderweise dort, wo das Vorschaubild fehlt), war wenigstens die Streamingseite\u2026 sagen wir mal \u201eaufger\u00e4umt\u201c:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-1024x682.jpeg\" alt=\"Screenshot vom Player w\u00e4hrende des Livestreams der State of the Union.\" class=\"wp-image-131\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-1024x682.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-720x480.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-768x512.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2-300x200.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1WqiAXO7qQlG60P88RQWmPw-2.jpeg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Und dann steht Jean-Claude Juncker da in dunkelgrauem Sakko vor dunkelgrauem Beton. Wenn \u00fcber dem Videobild nicht <em>\u201eEurope by Satellite EbS+\u201c<\/em> (!?) stehen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man meinen, die Rede w\u00e4re in einer Turnhalle aus den Siebzigern aufgenommen worden. Es gibt im Stream keine Bauchbinden, kein Intro, keine Untertitel (Juncker hat die Rede abwechselnd in drei Sprachen gehalten), keine Erkl\u00e4rung was die \u201eState of the Union\u201c eigentlich ist, keine M\u00f6glichkeit das Video zu teilen oder einzubetten, und eine Regie die gef\u00fchlt alle sechs Minuten die Kameraperspektive wechselt. Nat\u00fcrlich Vormittags an einem Wochentag. Wenn man wirklich so gar nicht will, dass sich Jemand die Rede anschaut, hat man alles richtig gemacht. Die Rede hatte mehr verdient.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p id=\"b999\">Der kleinste gemeinsame Nenner in der Inszenierung \u2013 ja, die braucht es \u2013 reicht einfach nicht mehr aus, wenn das politische Europa von seinen B\u00fcrgern auch geh\u00f6rt werden will. Es steht nicht nur in Konkurrenz zu Katzenbildern, Youtube-Clips und Daily-Soaps, sondern auch in Konkurrenz zu den nationalen Parlamenten und Regierungen. Und die erscheinen (politisch gesehen f\u00e4lschlicherweise) relevanter und sind kommunikativ viel besser aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"b54f\">Es kann doch nicht sein, dass jeder einzelne G8\/9-Gipfel mehr Oberfl\u00e4chen anbietet als die gesamte Europ\u00e4ische Union. Der Freistaat Bayern&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bild-1036782-856074.html\">auf einem G8\/9-Gipfel<\/a>&nbsp;kann das besser. Das muss europ\u00e4ische Parlamentarier doch in den Wahnsinn treiben! Wie man sich darstellt hat doch auch etwas mit Selbstverst\u00e4ndnis zu tun. Und Respekt gegen\u00fcber denen, die man vertritt. Es mag ja sein, dass sich Bayern da manchmal zu wichtig nimmt, aber die Europ\u00e4ische Union k\u00f6nnte ein wenig mehr Selbstvertrauen oder zumindest Erkennbarkeit im eigenen Auftritt durchaus vertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"2006\">In die Tiefe<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"9fe3\">Oberfl\u00e4chlich betrachtet hat die Europ\u00e4ische Union gegen\u00fcber den Nationalstaaten also erst einmal ein Aufmerksamkeitsdefizit aufgrund fehlender oder schlecht gestalteter Oberfl\u00e4chen (<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/83IBKyJQJJ\/?taken-by=bundeskanzlerin\">ein gutes Beispiel<\/a>). Das klingt zur Zeit etwas paradox, wo alle Welt doch von Europa redet. Es befindet sich zwischen Haushalts-, Griechenland- und Fl\u00fcchtlingskrise, im Ausnahmezustand. Man k\u00f6nnte also fragen, ob sich zumindest das Problem der Aufmerksamkeit nicht gerade von selbst l\u00f6st, und ob eine R\u00fcckwand im Plenarsaal nicht lieber in ruhigeren Zeiten neu gestaltet werden sollte. Genau jetzt hat sie aber stellvertretend in zwei Punkten Relevanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens verst\u00e4rkt die Krise den strategischen Nachteil der Europapolitiker gegen\u00fcber den Politikern der Mitgliedsstaaten merklich, und verengt die Debatten \u00fcber diese Krisen so auf ein nationales Gegeneinander. Francois Hollande, Frau Merkel, und alle anderen Regierungs- und Staatschefs, stehen st\u00e4ndig vor nationalen Oberfl\u00e4chen und sprechen so (ganz unabh\u00e4ngig vom Inhalt) mehr f\u00fcr ihr Land als f\u00fcr Europa. Die leidenschaftlichste pro-europ\u00e4ische Rede verfehlt in allen anderen Mitgliedsstaaten ihr Wirkung, wenn sie vor der falschen Oberfl\u00e4che gehalten wird. Und weil Jean-Claude Juncker und Martin Schulz gegen\u00fcber den traditionell stark inszenierten Staatschefs zumindest \u00f6ffentlich nicht durchdringen, bleibt Europa gegen\u00fcber seinen B\u00fcrgern ingesamt sprachlos.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"183d\">Ein beeindruckendes Beispiel, dass aus dieser Falle kurzfristig allein durch Rhetorik ausbricht, sind die Reden des liberalen Parlamentariers Guy Verhofstadt. Das reicht in einer Bildgesellschaft aber nicht weit genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rolle von Juncker und Schulz ist auch aus einem tiefer liegenden Grund schwieriger auszuf\u00fcllen. Die oben beschriebenen M\u00e4ngel der Oberfl\u00e4che \u2013 und vielleicht auch die Schwierigkeiten im Umgang mit den Krisen \u2013 sind auch ein Symptom der fehlenden politischen Integration Europas.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn die Vertiefung der politischen Zusammenarbeit gelingen soll, m\u00fcssen sich die Politiker, die gewillt sind Europa mehr Macht zu \u00fcbertragen, um seine Oberfl\u00e4chen k\u00fcmmern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"fda9\">Das ist die These. Denn es gilt zweitens, dass Oberfl\u00e4chen nicht nur f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen, sondern auch Identit\u00e4t und Vertrauen bilden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"8e7b\">Identit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eAmong a people without fellow-feeling, especially if they read and speak different languages, the united public opinion necessary to the working of representative government cannot exist.\u201c<\/p><cite>\u2014 John Stuart Mill, Representative Government<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p id=\"9d0e\">\u00d6ffentlichkeit ist eine Grundvorraussetzung f\u00fcr unsere Demokratie, und \u00d6ffentlichkeit entsteht erst in einer irgendwie umrissenen Gemeinschaft. Nur wenn ich mich zugeh\u00f6rig f\u00fchle, geht mich das, was die Gemeinschaft verhandelt, auch etwas an. Erst dann kann ich mich einbringen, erst dann kann das demokratische Prinzip funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c3b9\">\u00c4sthetik als Vermittler<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"c3b9\">Ganz offensichtlich sind die Sprachbarrieren innerhalb Europas dabei eine H\u00fcrde auf dem Weg zu einem europ\u00e4ischen Gemeinschaftsgef\u00fchl und einer funktionierenden europ\u00e4ischen Gesellschaft.&nbsp;<a href=\"https:\/\/medium.com\/u\/44524bdd83c3?source=post_page-----c94747246b70--------------------------------\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wolfgang Blau<\/a>&nbsp;bem\u00e4ngelt seit Jahren (gef\u00fchlt alle 15 Tweets), dass es kaum pan-europ\u00e4ischen Publikationen gibt, die eine breite Debatte neben den nationalen entwickeln k\u00f6nnte. Und selbst wenn es eine etablierte g\u00e4be, w\u00fcrde sie notgedrungen einen relativ elit\u00e4ren Zirkel in englischer Sprache bedienen m\u00fcssen. Das Problem der fehlenden gemeinsamen Sprache kann man kurzfristig, und in der Breite, wahrscheinlich nicht l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d463\">Wie soll dann ein Gemeinschaftsgef\u00fchl entstehen, dass Europa tragen k\u00f6nnte? Hierzu lohnt es sich einen Blick auf Organisationen zu werfen, die \u00e4hnliche Probleme bereits bew\u00e4ltigt haben. Gro\u00dfe Marken k\u00f6nnen international erfolgreich sein (Apple, Coca Cola, McDonalds, Mercedes\u2026), oder internationale Verb\u00e4nde (das IOC, die FIFA), die Kirchen oder die Kunst. Sie kommunizieren alle \u00fcber Kultur-, Sprach- und Schriftbarrieren hinweg, und schaffen es trotzdem Identit\u00e4t zu stiften. Und das gelingt sicher nicht durch eine rein sprachliche \u00dcbersetzung oder \u00dcbermittlung von Informationen. Die Information, die mir glaubhaft vermitteln k\u00f6nnte, dass ich Coca Cola trinken soll, existiert ja in den USA schon nicht. Und wer versteht den Papst, wenn er spricht. Genuschelt auf Latein?<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d6eb\">Eine wesentliche \u00dcbersetzungsleistung \u00fcbernimmt hier der \u00e4sthetische Entwurf, und dieser zeigt sich wieder nur an der Oberfl\u00e4che. Der Klang vom \u00d6ffnen einer Coladose kommuniziert inzwischen mehr \u00fcber das Produkt (und wie es gesehen werden will) als jeder Slogan oder begleitende Werbetext, einen Apple Store oder eine McDonalds Filiale erkennen die Meisten Europ\u00e4er auch in Shanghai schon von Weitem, das Kirchenl\u00e4uten (gerade der profane Uhrschlag, eine ph\u00e4nomenale Idee) reproduziert allt\u00e4glich Kirche, und in China gibt es&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bild-1036782-856074.html\">Briefmarken mit dem Portrait von Johann Sebastian Bach<\/a>. Dass Musik eine Art internationale Sprache ist, klingt vielleicht etwas kitschig, l\u00e4sst sich \u00fcber die Informationstheorie aber durchaus begr\u00fcnden. Das Wahrnehmen von formellen Mustern, die zwanghafte Suche danach, ist uns allen gemein. Hier kann man ansetzen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d567\">\u00c4sthetik ist abstrakt genug um noch etwas zu vermitteln, wenn Sprache noch scheitert, sie ist einer der kleinen gemeinsamen Nenner der Wahrnehmung \u00fcber kulturelle Grenzen hinweg. Herbert A. Simon sah in der Technik des Entwerfens, also der Schaffung von Artefakten, sogar die Chance das Zerbrechen der Gesellschaft in Nischen aufzufangen (The Sciences of the Artificial, 1969). So weit muss man gar nicht gehen um zu erkennen, dass der Auftritt der europ\u00e4ischen Union dazu beitragen kann eine europ\u00e4ische Identit\u00e4t zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"5a94\">Irritation<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"5a94\">Besonders gut erkennt man die Funktionsweise von \u00c4sthetik, wenn sie irritiert \u2013 was, wie bei der Sprache, nat\u00fcrlich ebenfalls m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"f173\">Das offizielle Portrait von Fran\u00e7ois Hollande weist auf den ersten Blick alle Merkmale einer typischen Fotografie franz\u00f6sischer Pr\u00e4sidenten auf. Man sieht die Flagge Frankreichs und der europ\u00e4ischen Union, im Hintergrund den Elys\u00e9e Palast. Hollande steht im Vordergrund, tr\u00e4gt einen gut sitzenden Anzug zu blauer Krawatte und schaut recht freundlich in die Kamera. Und trotzdem hat dieses Foto, im Gegensatz zu den vorherigen offiziellen Portraits, in Frankreich eine hitzige Debatte ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-1024x1024.jpeg\" alt=\"Das offizielle Fotos des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Fran\u00e7ois Hollande von Raymond Depardon\" class=\"wp-image-134\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-720x720.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-360x360.jpeg 360w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-768x768.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-1200x1200.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-300x300.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2-150x150.jpeg 150w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/19teUvU1gbiRQGNRfj2VScg-2.jpeg 1302w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bildquelle: www.ladocumentationfrancaise.fr<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"bb65\">Eine Fotografie bildet nicht nur ab was gezeigt wird, sondern auch wie es gezeigt wird. Und an dieser Stelle weicht das Portrait von der Erwartung des Publikums fundamental ab.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"3d17\">Hollande steht halbschr\u00e4g und etwas verloren im Garten, er ist nicht im Bildmittelpunkt und die Flaggen am Elys\u00e9e sind bestenfalls eine unscharfe Randnotiz. Wir sehen ihn in einer amerikanischen Einstellung, die wir sonst aus Westernfilmen kennen. Das fast quadratische Format ist ungew\u00f6hnlich. Und die Belichtung erinnert an eins der schlechteren Urlaubsfoto von der C\u00f4te d\u2019Azur, was nur noch st\u00e4rker betont, dass der Pr\u00e4sident im Schatten steht. M\u00fcsste er nicht ins Licht?<\/p>\n\n\n\n<p id=\"bd70\">Der Pr\u00e4sident wirkt nicht pr\u00e4sidial. Das offizielle Foto deckt sich nicht mit dem Selbstbild der Grande Nation. Wir sehen eine bildgewordene Identit\u00e4tskrise, die nur deshalb sichtbar wird, weil von einer \u00e4sthetischen Norm abgewichen wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"204\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-1024x204.jpeg\" alt=\"Reihe der offiziellen Portraits der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten\" class=\"wp-image-135\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-1024x204.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-720x143.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-768x153.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-1536x306.jpeg 1536w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-1200x239.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2-300x60.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1GwmufvWd_-68Z5ONeQxQ4w-2.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bildquelle: www.ladocumentationfrancaise.fr<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"16ee\">Und diese Abweichung war \u2013 personifiziert durch den Fotografen Raymond Depardon \u2013 von Hollande bewusst gew\u00e4hlt. Ob sie gelungen ist, sei dahingestellt. Generell ist die formelle Abweichung aber ein m\u00e4chtiges Werkzeug der politischen Kommunikation, weil es gerade in der Politik so viele \u00e4sthetische Routinen gibt (siehe die Kameraeinstellung im wei\u00dfen Haus), von denen \u00fcberhaupt abgewichen werden kann. Wenn es diese Norm nicht gibt, wie beim Feuerwerk an Sylvester, gehen selbst die farbenpr\u00e4chtigsten Explosionen unter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"183c\">Routinen<\/h3>\n\n\n\n<p id=\"183c\">Gerade in Krisenzeiten ist es n\u00fctzlich, wenn man mit kleinen identit\u00e4ren Gesten beschw\u00f6ren kann. Als Angela Merkel und Peer Steinbr\u00fcck am 5. Oktober 2008 verk\u00fcndeten, dass die Spareinlagen der Deutschen sicher seien, war dies eine Beschw\u00f6rung. Der Auftritt war kein klassisches Pressestatement, es gab gar keine Neuigkeit, und es ging auch nicht um den eigentlichen Sachverhalt, die Lage der Hypo Real Estate. Es w\u00e4re unm\u00f6glich gewesen, der Bev\u00f6lkerung zu erkl\u00e4ren was gerade passiert, und was man gedenkt zu tun (insofern man das \u00fcberhaupt wu\u00dfte). Als Merkel und Steinbr\u00fcck vor die Presse treten geht es um nichts als Vertrauen. In der Politik also um alles. Der Auftritt muss sitzen,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/peer-steinbrueck-zurueck-auf-der-buehne-fotostrecke-59422-3.html\">eine Oberfl\u00e4che wird gebildet<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Rhetorisch wird maximal verk\u00fcrzt: \u201eDie Spareinlagen sind sicher\u201c, \u201ekein Euro geht verloren\u201c. Das Wenige textliche Drumherum ist nicht im Ansatz zitierf\u00e4hig.<\/li><li>Merkel (Kanzlerin, CDU, Macht) und Steinbr\u00fcck (Finanzminister, SPD, Kompetenz) treten gemeinsam auf \u2013 was f\u00fcr den Inhalt der Statements nat\u00fcrlich nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re \u2013 und st\u00fctzen sich gegenseitig. Die Regierung ist geschlossen, es herrscht Einigkeit.<\/li><li>Der Ort ist au\u00dfergew\u00f6hnlich und betont so die Wichtigkeit des Auftritts.<\/li><li>Die Skylobby ist ein ausgesprochen heller Ort im Kanzleramt, das Wetter hilft zus\u00e4tzlich mit diffusem, ergo undramatischen Licht. Die Szenerie wirkt beruhigend.<\/li><li>Das Kanzleramt steht aber auch f\u00fcr das Zentrum der politischen Macht, ein Zeichen der St\u00e4rke. Hier kann etwas bewegt werden.<\/li><li>Merkel und Steinbr\u00fcck stehen offen und frei im Raum. Es wird nichts versteckt.<\/li><li>Es gibt kein Rednerpult, kein Manuskript von dem abgelesen wird. Die Szene wirkt nicht inszeniert und wird so besonders glaubhaft.<\/li><li>Der Auftritt beginnt und endet mit Merkel und Steinbr\u00fcck. Es gibt keine Anmoderation, sondern eine direkte Ansprache. Merkel und Steinbr\u00fcck verf\u00fcgen \u00fcber die Zeit und kontrollieren selbst das Geschehen. Sie reagieren nicht, sie handeln aktiv.<\/li><li>Die beiden treten an einem Sonntag vor die Presse, weit vor den wichtigen Abendnachrichten f\u00fcr maximale Reichweite.<\/li><li>Im Hintergrund der beflaggte Reichstag: Wir alle zusammen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p id=\"0fd9\">Es ist schwer zu sagen, wie viel von diesem Auftritt geplant war. Dass er so zu Stande kommen kann, ist aber kein Zufall. In der Bundesrepublik sind diese Oberfl\u00e4chen zwischen Politik, Presse und B\u00fcrgern einge\u00fcbt. Es gibt gelernte Routinen (Bundespressekonferenzen, Bundestagsreden, Neujahrsansprachen, Staatsempf\u00e4nge, Talk-Show-Formate etc.) von denen in Krisenzeiten auch einmal abgewichen werden kann, um klar zu machen: Das ist jetzt wichtig! Die Abweichung ist gerade deshalb so wirkm\u00e4chtig, weil sie so klein ist (das war vielleicht der Fehler von Hollandes Portrait). Wir bekommen immer noch genug Kontext, kennen die handelnden Personen, ihre Rollen, wie sie im Normalfall auftreten und sprechen, was sie bewirken k\u00f6nnen und sind mit dem Ort vertraut. All dies ist auf den ersten Blick erkennbar, und gibt uns Halt. Es ist ein Moment in dem die Identit\u00e4t der Bundesrepublik sichtbar wird, und es begr\u00fcndet sich \u00f6ffentlich warum es den Staat brauchen kann. Oder zugespitzt formuliert: Warum Deutschland nicht scheitern darf.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"1193\">Diese Situationen kann man nicht ad-hoc in einer Krise kreieren. Die Oberfl\u00e4chen m\u00fcssen im Alltag eingef\u00fchrt und erlernt werden. Erst dann k\u00f6nnen sie uns ein so kompliziertes und abstraktes Gebilde wie einen Staat (oder eine Staatengruppe!) im richtigen Moment in Reichweite bringen. Er wird dann erkennbar und zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-1024x577.jpeg\" alt=\"Neun Screenshots zur TV-Berichterstattung zu Krisengipfeln der EU.\" class=\"wp-image-136\" srcset=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-1024x577.jpeg 1024w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-720x406.jpeg 720w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-768x433.jpeg 768w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-1536x866.jpeg 1536w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-1200x676.jpeg 1200w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2-300x169.jpeg 300w, https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/1Zt8tCAfRjPw5a6JjymUtfQ-2.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"ac69\">Europa hat diese Oberfl\u00e4chen nicht. Deshalb sahen die Bilder von den Krisengipfeln zu Griechenland so unkontrolliert und zerfasert aus. Mal befinden wir uns in einem Raum, der ausschaut als w\u00fcrde gerade das Board-Meeting von Spectre abgehalten, beim n\u00e4chsten Mal in einem Raum wie der B\u00f6rse in Frankfurt. Es werden beil\u00e4ufig Pressestatements auf Parkpl\u00e4tzen oder in der Lobby abgegeben. Man sieht Staatschefs hektisch \u00fcber G\u00e4nge eilen und im n\u00e4chsten Moment an blumengeschm\u00fcckten Banketttischen mit wei\u00dfen Hussen konferieren. Und \u00fcberall stehen v\u00f6llig Unbekannte Menschen herum und halten einen Laptop oder einen Becher Kaffe in der Hand. Gerade so als, h\u00e4tte man die n\u00e4chtlichen Sitzungen der Einfachheit halber in ein nahegelegenes Hotel mit m\u00f6glichst gro\u00dfem Kaffeevollautomaten verlegt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"10c9\">Es gibt kein einziges Bild (Gipfel gab es ja genug\u2026), dass h\u00e4ngen geblieben w\u00e4re. So ein Bild kann man nicht erzwingen, aber man kann \u00fcber Oberfl\u00e4chen daf\u00fcr sorgen, dass es wahrscheinlicher wird. Und garantieren kann man, das neben der Botschaft nicht auch noch die Form irritiert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p id=\"7c6f\">\u00dcber die Aufmerksamkeit die Oberfl\u00e4chen erm\u00f6glichen, und die Identit\u00e4t, die sie sowohl abbilden als auch verst\u00e4rken k\u00f6nnen, laden sie schlie\u00dflich \u2013 wie ein Interface (siehe: Harrison C. White, Identity and Control) \u2013 zur Interaktion ein. \u00dcber eine der m\u00f6glichen Interaktionen, \u201eMisstraue mir!\u201c, kann dann langfristig Vertrauen aufgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"1844\">Vertrauen<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"9870\">So wie die Europ\u00e4ische Union sich auf den Krisengipfeln pr\u00e4sentiert hat, wird \u2013 noch bevor \u00fcberhaupt etwas gesagt wurde \u2013 Vertrauen verspielt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"5400\">Dabei gilt nat\u00fcrlich nicht, dass jede Oberfl\u00e4che, eine Inszenierung, ein Soundbite oder eine gut gestaltete Pressewand per se Vertrauen schafft. Zun\u00e4chst ist das Gegenteil der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"bb38\">Oberfl\u00e4chen machen sich verd\u00e4chtig (Im Falle der garantierten Spareinlagen noch&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-03\/merkel-zypern-spareinlagen-garantie\">Jahre<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article120495750\/Warum-wir-nicht-auf-Merkels-Garantie-wetten-sollten.html\">sp\u00e4ter<\/a>). Das ist vielleicht die wichtigste Funktion, die sie f\u00fcr die Schnittstelle von politischem System und Gesellschaft erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen Oberfl\u00e4chen hinterfragen. Sie laden, in Form von Wahlplakaten, Brosch\u00fcren, Anzeigen, Reden im Plenum des Bundestages, der Architektur von Parlamenten, Ritualen wie dem Gro\u00dfen Zapfenstreich oder einem Empfang im Schloss Bellevue, gerade dazu ein. Was ein Grund daf\u00fcr sein d\u00fcrfte warum es der EU so schwerf\u00e4llt Oberfl\u00e4chen auszubilden. Jede Inszenierung weckt nat\u00fcrlich erst einmal den Verdacht oberfl\u00e4chlich zu sein, oder etwas vertuschen zu wollen. Und dieser Verdacht kann sowohl von der Bev\u00f6lkerung, als auch den politischen Entscheidungstr\u00e4gern gegen die Inszenierung jederzeit ins Feld gef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"43db\">Ich vermute, dass aber gerade dieser Mangel des politischen Europas auch daf\u00fcr gesorgt hat, dass der Vorwurf der Hinterzimmerpolitik die EU besonders hart trifft \u2013 ein weiterer Vertrauensverlust. Es ist ja nicht so, als k\u00f6nnte ein einzelner B\u00fcrger exakt vermessen, wie viele politische Entscheidungen auf offiziellem (sprich \u00f6ffentlich, erkennbar, vor Oberfl\u00e4chen spielend) Weg gefallen sind, und welche auf der Hinterb\u00fchne stattfanden. Der Vorwurf lautet ja, dass man gerade nicht wei\u00df wie die Politik zu Stande kam. Es kann also theoretisch sein, dass in Berlin viel mehr undurchsichtige Entscheidungen fallen, als in Br\u00fcssel oder Stra\u00dfburg. Aber dort kennen die Meisten weder ein Vorder- noch ein Hinterzimmer in dem man Verhandlungen auch nur vermuten k\u00f6nnte. Europa ist an dieser Stelle so unnahbar, dass es f\u00fcr Viele einfacher ist generell von Schummelei auszugehen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"dac7\">An dieser Stelle zeigt sich auch, dass Debatten im deutschen Bundestag eben keine t\u00e4uschenden Oberfl\u00e4chen sind, die verbergen wie eine Entscheidung wirklich getroffen wurde. Sie sind die Oberfl\u00e4che die uns, der \u00d6ffentlichkeit, die Entscheidung \u00fcberhaupt erst verf\u00fcgbar macht, so dass wir sie hinterfragen k\u00f6nnen. Eine Oberfl\u00e4che kommuniziert erst einmal, sie erfolgreich l\u00fcgen zu lassen ist ziemlich aufw\u00e4ndig. Das sieht man sofort, wenn man&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/mediathek\/?contentArea=common&amp;isLinkCallPlenar=1&amp;categorie=Plenarsitzung&amp;action=search&amp;instance=m187&amp;mask=search&amp;ids=5266522\">Dobrindt die PKW-Maut im Bundestag verteidigen sieht<\/a>&nbsp;(Welche Mehrheiten und Motive danach zu einer politischer Entscheidung f\u00fchren, ist eine andere Frage, die wir dann bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl beantworten k\u00f6nnen).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"c49a\">Oberfl\u00e4chen erm\u00f6glichen uns eine Positionierung, die wir ohne sie gar nicht vornehmen k\u00f6nnten. Und erst dann \u2013 in dem Moment wo wir durch die Oberfl\u00e4che zum Misstrauen eingeladen werden \u2013 bietet sich die Chance langfristig Vertrauen aufzubauen. Oberfl\u00e4chen erm\u00f6glichen dann eine Einsch\u00e4tzung \u00fcber die Verl\u00e4sslichkeit von Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d7cb\">Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass Angela Merkel sich wie am 5. Oktober 2008 nur erneut vor die Presse stellen wird, wenn sie sich sehr sicher ist, dass sie ihr Versprechen einhalten kann \u2013 und wenn die Lage wirklich ernst ist. Auf was k\u00f6nnen wir uns beim n\u00e4chsten EU-Krisengipfel verlassen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ce81\">Ein n\u00e4chster Schritt<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e\u2026the EU\u2019s institutions are preventing necessary political initiatives for expanding the currency union into a political union. Only the government leaders assembled in the European Council are in the position to act, but precisely they are the ones who are unable to act in the interest of a joint European community because they think mainly of their national electorate. We are stuck in a political trap.\u201c<\/p><cite>\u2014 J\u00fcrgen Habermas,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2015\/jul\/16\/jurgen-habermas-eu-greece-debt-deal\">Guardian.co.uk<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p id=\"00ee\">Aus dieser Falle, auf die meine These gezielt hat, gibt es nur zwei m\u00f6gliche Auswege:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Europ\u00e4er fordern von Ihren nationalen Regierungschefs das \u00dcbertragen von politischer Macht an die Europ\u00e4ische Union ein, oder tolerieren es zumindest.<\/li><li>Die Europ\u00e4ische Union erlangt ohne Beschl\u00fcsse auf Ebene der Nationalstaaten informelle politische Macht durch eine h\u00f6here Legitimation durch die europ\u00e4ische Bev\u00f6lkerung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p id=\"72e5\">Beide L\u00f6sungen k\u00f6nnen nur vor den Oberfl\u00e4chen der Europ\u00e4ischen Union erreicht werden. Entweder vor funktionierenden, die erfahrbar machen warum es Europa braucht und eine europ\u00e4ische Identit\u00e4t erzeugen, oder\u2026 oder eben gar nicht. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr auf dem langem Weg seit dem Vertrag von Maastricht ist inzwischen nicht mehr, dass er in den Bev\u00f6lkerungen nicht mitgegangen w\u00fcrde, sondern dass sich Niemand f\u00fcr ihn interessiert. Ausgerechnet jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"c781\">Krisen halten immer Chancen bereit \u2013 die EU ist immerhin aus einer der gr\u00f6\u00dften entstanden. Irgendetwas scheint ja derzeit nicht besonders gut zu funktionieren und muss sich demnach \u00e4ndern. Bei den politischen Vorhaben kann ich den handelnden Akteuren, aus vollem Herzen, nur viel Gl\u00fcck und Ausdauer w\u00fcnschen. Diese Vorhaben sind auch um L\u00e4ngen komplizierter als Fragen des Auftritts der Europ\u00e4ischen Union. Es ist gut zu Wissen, dass sich Menschen auf europ\u00e4ischer Ebene darum k\u00fcmmern, obwohl der Job noch weniger glanzvoll ist als auf den nationalen B\u00fchnen. Gerade deshalb ist es aber langfristig so wichtig, das scheinbar oberfl\u00e4chliche mitzudenken. Andernfalls versinkt Europa irgendwann in der \u00f6ffentlichen Bedeutungslosigkeit, und die ist mit der politischen eng verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"2945\">Jetzt ist die Zeit den beschriebenen Mangel Europas zu beseitigen. Die Krisen schaffen der EU gerade die Aufmerksamkeit, die es braucht, und die sie von allein schon lange nicht mehr in der Lage war zu erzeugen, um mit einer gro\u00dfen Reichweite in Erscheinung zu treten. Sie muss sich jetzt von den Nationalstaaten \u00e4sthetisch emanzipieren, auch wenn sie politisch auf eben diese angewiesen ist. Sie muss sich im Alltag st\u00e4rker aufdr\u00e4ngen und geschickte Routinen entwickeln, die sie erfahrbar macht \u2013 auch wenn es Widerspruch provoziert. Und sie muss jetzt die Bilder, Symbole, Zeichen, Gesten und Rituale erproben, die die Europ\u00e4ische Union, und alle die sie tragen, bei der Bew\u00e4ltigung der n\u00e4chsten Krisen Halt gibt. Wenn es dann zu einem politischen Erfolg kommt, kann er der Europ\u00e4ischen Union vor der richtigen Oberfl\u00e4che auch endlich zugeschrieben werden. Dann wissen die Europ\u00e4er wieder, warum Europa nicht scheitern darf.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d088\">Martin Schulz wei\u00df das. Seit der letzten Europawahl hat er dem Europ\u00e4ischen Parlament mehr Geh\u00f6r und Sichtbarkeit verschafft. Die neu formierte Rede zur \u201eState of the Union\u201c, so ungeschickt sie beim ersten Mal auch inszeniert war, und das Einladen der nationalen Staatschefs ins Parlament, waren erste wichtige Schritte. Wenn er, wie bei seiner&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.karlspreis.de\/de\/preistraeger\/martin-schulz-2015\/rede-von-martin-schulz\">Karls-Preis-Rede<\/a>, vom \u201eEurop\u00e4ischen Haus\u201c spricht, macht das Mut. Ich hoffe er steht mit dieser Idee von Europa nicht allein, und sieht dieses Haus nicht ausschlie\u00dflich als tiefe Metapher f\u00fcr die Organisation politischer Prozesse. Ganz oberfl\u00e4chlich betrachtet sieht man vom Haus nur die Fassade. Sie verr\u00e4t und bewirkt aber eine ganze Menge.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eWir haben dieses gro\u00dfartige Haus von unseren Eltern geerbt. Es ist ein wenig in die Jahre gekommen. Deshalb: Lasst es uns erneuern, damit es in seinem Glanz erstrahlt.\u201c<\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>tl;dr \u2014 Proeurop\u00e4ische Politiker m\u00fcssen sich um die wahrnehmbare Oberfl\u00e4che Europas k\u00fcmmern, um dessen Tiefe zu retten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":140,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"templates\/template-cover.php","format":"standard","meta":{"webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":3,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Design der EU: Europas fehlende Oberfl\u00e4chlichkeit &#187; 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