{"id":227,"date":"2019-06-16T08:12:36","date_gmt":"2019-06-16T06:12:36","guid":{"rendered":"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/?p=227"},"modified":"2020-12-27T11:36:37","modified_gmt":"2020-12-27T10:36:37","slug":"was-die-spd-von-apple-strategie-comeback-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/was-die-spd-von-apple-strategie-comeback-lernen-kann\/","title":{"rendered":"Was die SPD von Apples Comeback lernen kann"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Die SPD steht \u201eam Abgrund\u201c. Was so apokalyptisch klingt, ist eigentlich ziemlich normal. Parteien kommen und gehen. So wie Unternehmen. Apple ist dem sicher geglaubten Untergang einmal entkommen. Wie haben die das gemacht? Und was kann die SPD davon lernen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"6774\"><strong>Im Jahr 1997 war Apple 90 Tage vom Bankrott entfernt.<\/strong>&nbsp;Wie konnte ein vormals so innovatives und erfolgreiches Unternehmen einfach untergehen? Ohne gro\u00dfen Knall, sondern qu\u00e4lend langsam \u00fcber Jahre hinweg? So als ob niemand in Apples Vorstand gemerkt h\u00e4tte, dass es st\u00e4ndig bergab geht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"06b6\">Joseph L. Bower und Clayton M. Christensen beschrieben in einem Artikel (<a href=\"https:\/\/hbr.org\/1995\/01\/disruptive-technologies-catching-the-wave\">\u201eDisruptive Technologies: Catching the Wave\u201c<\/a>, 1995) wie Unternehmen, die eigentlich nur auf Ihre Kunden h\u00f6ren, genau deshalb die Innovationen \u00fcbersehen, die zu ihrem Untergang werden. Paradoxerweise passiert das gerade bei besonders gut gef\u00fchrten und erfolgreichen Unternehmen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eOne of the most consistent patterns in business is the failure of leading companies to stay at the top of their industries when technologies or markets change.&nbsp;<br>[\u2026]&nbsp;<br>Using the rational, analytical investment processes that most well-managed companies have developed, it is nearly impossible to build a cogent case for diverting ressources from known customer needs in established markets to markets and customers that seem insignificant or do not yet exist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"e9a6\">K\u00f6nnte es&nbsp;sein, dass \u00c4hnliches f\u00fcr die SPD gilt? Ist es vielleicht unendlich schwierig, f\u00fcr eine Partei, die in den letzten 21 Jahren 17 Jahre regiert und durchaus politische Erfolge errungen hat, Ressourcen in Bereiche zu investieren, die nichts mit eben diesem Regierungsalltag zu tun hat? K\u00f6nnen super schlaue und f\u00e4hige Leute einfach \u00fcbersehen, wie sich die Welt um sie herum ver\u00e4ndert?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"d9f2\">Von Volksparteien und integrierten L\u00f6sungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"8d99\">Christensen schrieb 2003, nach dem abgewendeten Untergang bei Apple, mit seinem Co-Autor Micheal Raynor das Buch&nbsp;<em>\u201eThe Innovators Solution\u201c<\/em>. Darin hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eCompanies must compete by making the best possible products. In the race to do this, firms that build their products around proprietary, interdependent architectures enjoy an important competitive advantage against competitors whose product architectures are modular, because the standardization inherent in modularity takes too many degrees of design freedom away from engineers, and they cannot optimize performance [\u2026] Companies that compete with proprietary, interdependent architectures must be integrated.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"43d1\">\u00dcbertragen auf das politische System, w\u00fcrde ich dieses Prinzip \u201eVolkspartei\u201c nennen. Eine Volkspartei integriert und vers\u00f6hnt gesellschaftliche Konflikte in sich und kann dann, mit einem in sich schl\u00fcssigen und dadurch \u00fcberzeugenden Angebot, vor die W\u00e4hler treten. Dadurch sind sie nicht abh\u00e4ngig von jeder kurzlebigen Str\u00f6mung. Sie integrieren nach und nach die Gr\u00f6\u00dferen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"561b\"><em>\u201eModulare\u201c<\/em>&nbsp;Klassen- oder Interessenparteien haben gegen\u00fcber integrierenden Volksparteien den Nachteil, dass sie mit ihrem zwangsl\u00e4ufig kleinerem Angebot nicht alle W\u00e4hler ansprechen k\u00f6nnen. Mit so einem Angebot kann man eine Volkspartei nicht schlagen. Man kann sehr gut \u00fcberleben und wichtige (!) Funktionen \u00fcbernehmen, aber man stellt keinen Kanzler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"828d\"><strong>Diese Vor- und Nachteile k\u00f6nnen sich aber umdrehen.<\/strong>&nbsp;Der integrierende Ansatz einer Volkspartei kann auch l\u00e4hmend wirken. Wenn sie es nicht mehr schafft durch die Integration, die deutlich besseren L\u00f6sungen zu entwickeln, schafft sie gegen\u00fcber den Interessenparteien keinen Mehrwert. Dann spielen die Interessenparteien konfliktfrei ihre St\u00e4rken in ihrem Kernthema aus, und bieten drumherum L\u00f6sungen, die ungef\u00e4hr so gut sind, wie die L\u00f6sungen der Volkspartei. Wozu braucht es die, mit ihren langwierigen Kompromissen, dann noch?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eModularity has a profound impact on industry structure because it enables independent, nonintegrated organizations to sell, buy, and assemble components and subsystems\u2026When that happens, companies can mix and match components from best-of-breed suppliers in order to respond conveniently to the specific needs of individual customers [\u2026] These nonintegrated competitors disrupt the integrated leader.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"525c\">Sagen wir mal die GR\u00dcNEN und die Linkspartei tauchen auf und konkurrieren mit der SPD und ihrem Ballast aus 17 Jahren Regierungszeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"91ce\">Der SPD ist passiert, was Apple in den 80ern und 90ern widerfahren ist und fast zum Untergang gef\u00fchrt h\u00e4tte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDuring the early years, Apple Computer \u2014 the most integrated company with a proprietary architecture \u2014 made by far the best desktop computers. They were easier to use and crashed much less often than computers of modular construction. Ultimately, when the functionality of desktop machines became good enough, IBM\u02bcs modular, open-standard architecture became dominant. Apple\u02bcs proprietary architecture, which in the not-good-enough circumstances was a competitive strength, became a competitive liability in the more-than-good-enough circumstance. Apple as a consequence was relegated to niche-player status as the growth explosion in personal computers was captured by the nonintegrated providers of modular machines.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"955c\">Die SPD ist heute immer noch in der Lage verschiedenste Positionen, von Kevin K\u00fchnert bis zu Olaf Scholz abzudecken. Die Integration gelingt nur nicht mehr. Die GR\u00dcNEN sind inzwischen aus ihrer Nische weit genug herausgewachsen. Sie sind auf einmal eine echte Alternative zur Volkspartei SPD. Sie bringen auch Konzepte zum Sozialstaat auf den Weg und r\u00e4umen nach und nach schrullige Positionen, wie die zur Hom\u00f6opathie und genetisch ver\u00e4nderten Lebensmitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"f1ae\">Die GR\u00dcNEN haben die tr\u00e4ge SPD disruptiert. Ende der Geschichte?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"0aee\">Apples Comeback<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"bfc3\">Dann kam der iPod. 2003 konnte Apple seinen Gewinn fast verdreifachen. Das hatten die schlauen Analysten so \u00fcberhaupt nicht erwartet und blieben erst mal skeptisch. Klar, der iPod spielte irgendwie alle St\u00e4rken der alten Apple-\u00c4ra aus. Hardware und Software aus einem Guss, \u00fcberragend einfach zu bedienen, tolles Design, alles irgendwie kalifornisch hipp. Aber das w\u00fcrde wieder nicht reichen! Die kleinen, wendigen, modularen Firmen werden den Markt, wie beim Mac, zusammen schon \u00fcbernehmen:&nbsp;<em>\u201eApple Computer defied expectations and proved a viable business could be built around digital music. And, so far, the company has done better in this arena than anyone else has. But now the copycats are on the march, and in time they\u2019ll have the numbers on their side. If competitive offerings gain market share or an industrywide standard is imposed, Apple would either have to adapt to market realities, making its two-part music offering less special, or leave it unchanged and watch iPod sales\u2013and profits\u2013erode. I\u2019ve heard this story before. I didn\u2019t like how it turned out the first time.\u201c&nbsp;<\/em>\u2014&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/2004\/10\/15\/cx_ah_1015tentech.html\">Forbes<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"7ac7\">Es kam anders. Und dann das iPhone. Und letztes Jahr war Apple eine Billionen Dollar wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"a857\">Warum hat sich die Geschichte nicht wiederholt? Apple hat ja gar nicht auf die schlauen Experten geh\u00f6rt. iPhones haben doch immer noch diese depperte integrierte L\u00f6sung zum Aufladen und alle anderen Hersteller den USB-C Standard. Apple baut jetzt sogar eigene CPUs in Telefone, anstatt die Standardl\u00f6sungen zu nutzen. Und die Ger\u00e4te sind viel teurer! Die SPD kann doch jetzt nicht mehr versuchen, Volkspartei zu sein!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#ffffff\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"0d54\">Was hatte Apple anders gemacht und was kann die SPD davon lernen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"fbe5\">Laut Christensen werden Unternehmen im Normalfall \u00fcber vier Faktoren disruptiert. Ab dem iPod k\u00fcmmerte sich Apple um alle vier. Sie lauten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>The initial differentiation<\/li><li>The product trajectory<\/li><li>Customer needs<\/li><li><em>Price (ignoriere ich)<\/em><\/li><\/ol>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"9b6c\">1. The initial differentiation<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"cc39\">Apple unterschied sich seit seiner Gr\u00fcndung in einem Aspekt von seinen Konkurrenten. Die User Experience, das Erlebnis, welches wir haben, wenn wir ein Produkt nutzen, stand \u00fcber allem. Es wurde zur zentralen Erz\u00e4hlung der Firma:&nbsp;<em>It just works.<\/em>&nbsp;Apples Produkte funktionieren und sie funktionieren einfach. Das war der Vorteil der integrierten L\u00f6sung. Der Mac scheiterte, als Windows Rechner ein Erlebnis boten, was f\u00fcr die meisten Menschen gut genug war. Die eine Unterscheidung verhalf Apple nicht l\u00e4nger zum Erfolg. Und bei allen anderen Faktoren war die Konkurrenz besser aufgestellt. PCs waren g\u00fcnstiger, hatten die besseren technischen Teile und setzten auf mehr Standards.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"59dd\"><em>Apple hat seine Erz\u00e4hlung und den integrierten Ansatz trotzdem bis heute nicht ver\u00e4ndert. An was muss die SPD f\u00fcr ein Comeback festhalten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"8653\">2. The product trajectory<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"851e\">Apple konzentriert sich in seinen Produkten auf wenige Technologien und wenige Funktionen. Es wettet fokussiert auf die Zukunft. Die Konkurrenz glaubt, \u00fcber mehr Technologien und mehr Funktionen in den Wettbewerb treten zu k\u00f6nnen. Dieses&nbsp;<em>\u201eMehr\u201c<\/em>&nbsp;im Produkt \u00fcberfordert aber viele Kunden und f\u00fchrt dazu, dass die angreifenden Unternehmen dem oben beschriebenen&nbsp;<em>Innovators Dilemma<\/em>&nbsp;selbst erliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"f86a\"><em>Apple zwingt die Konkurrenz die Nachteile einer \u201eVolkspartei\u201c erleiden zu m\u00fcssen. Kann die SPD das auch erzwingen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"205c\">3. Customer Needs<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"7109\">Apple ist auf der Suche nach Funktionen, die f\u00fcr die Kunden unerl\u00e4sslich werden. Dinge, bei denen wir erst denken \u201eWas ist das denn?\u201c und ein halbes Jahr sp\u00e4ter nicht ohne leben k\u00f6nnen. Das geschieht \u00fcber eine gute Produktentwicklung, einer guten Erkl\u00e4rung der Funktion (Keynotes, Onboarding, Handb\u00fccher) und Werbung. Werbespots zum iPhone zeigen&nbsp;<strong>und<\/strong>&nbsp;<strong>erkl\u00e4ren<\/strong>&nbsp;fast immer genau&nbsp;<strong>ein<\/strong>&nbsp;Feature, welches das iPhone nun beherrscht. Apple zwingt die Konkurrenz damit, mindestens alle Funktionen eines Apple Produktes auch anzubieten, weil die Kunden diese Funktionen am Markt einfach erwarten. Dadurch ist es f\u00fcr die Konkurrenz umso schwieriger, sich von Apple sinnvoll zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"9c10\"><em>Apple sorgt daf\u00fcr, dass es st\u00e4ndig auf eigenem Platz antreten kann. Auf welche Heimspiele muss die SPD setzen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"f036\">Apples ultimativer Trick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"343a\">\u00dcber eine konsistent verfolgte Erz\u00e4hlung, kluge Wetten auf die Zukunft, und eine fokussierte Integration von Funktionen, hat es Apple der Konkurrenz sehr schwer gemacht eine Disruption zu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"b61f\"><strong>Aber Apple ging seit dem iPod noch einen Schritt weiter.<\/strong>&nbsp;Apple begann sein eigener Disruptor zu werden. Warum das so selten funktioniert, beschrieben Christensen und Bower in ihrem Artikel so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIn well-managed companies, the processes used to identify customer needs, forecast technology trends, assess profitability, allocate resources across competing proposals for investment, and take new products to market are focused \u2014 for all the right reasons \u2014 on current customers and markets.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"ee4d\">Erfolgreiche Unternehmen steigern irgendwann ihre Effizienz. Bis sie sehr effizient sterben, weil sie vor lauter reibungslosen Abl\u00e4ufen vergessen nachzudenken. Und dann verpassen sie etwas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"10c1\">Die SPD ist das effizienteste Regierungsunternehmen, das ich kenne. Die SPD ist so gut im Regieren, dass sie es sogar kann, wenn sie es gar nicht will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"8c56\">Apples Firmenkultur hat das Unternehmen bisher gegen all diese, sich normalerweise einschleichenden, Prozesse immun gemacht. Apple k\u00fcmmert sich stur immer weiter um seine Erz\u00e4hlung.&nbsp;<em>Die besten Produkte entwickeln, die einfach funktionieren.<\/em>&nbsp;Es schert sich nicht um technische Spezifikationen, es zielt nicht zu aller erst auf Gewinne, es verfolgt langfristige Ziele statt kurzfristiger Trends, ist immer noch funktional organisiert wie ein Startup, ignoriert die Marktforschung, die eh nur den Status Quo messen kann, h\u00e4lt Kurs, wenn mal etwas schief l\u00e4uft und konzentriert sich, auch wenn gerade woanders Geld zu holen w\u00e4re, auf einige wenige Produkte.&nbsp;<strong>Und diese Denkweisen lassen sich alle auf die SPD \u00fcbertragen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man gemeinsame Erfolge organisiert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"alignright has-small-font-size wp-block-paragraph\">Der Dekan der internen Apple University hat im Harvard Business Review detailliert beschrieben, <a href=\"https:\/\/hbr.org\/2020\/11\/how-apple-is-organized-for-innovation\">wie sich Apple organisiert, um Innovationen zu produzieren.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"e24a\"><strong>Apple ist eines der wenigen gro\u00dfen Unternehmen, das noch funktional organisiert ist.<\/strong>&nbsp;Normalerweise startet man so als Startup und \u00e4ndert im Wachstum irgendwann die Organisationsform. Es gibt bei Apple keine Abteilung f\u00fcr das iPhone oder den Mac. Bei Apple gibt es (vereinfacht gesagt) eine Abteilung f\u00fcr die Software und eine f\u00fcr die Hardware. Wenn man sich selbst disruptieren will, ist das extrem praktisch. Es gibt n\u00e4mlich keine iPod-Abteilung, die es total schei\u00dfe findet, wenn das kommende iPhone auch Musik abspielen kann. Den Mitarbeitern von Apple kann es v\u00f6llig egal sein, ob das Unternehmen mit iPods oder iPhones ihr Gehalt bezahlt. Beides braucht Hardware, beides braucht Software.&nbsp;Die Abteilungen treten nicht gegeneinander an, sondern sind gezwungen zusammen erfolgreich zu sein.&nbsp;Die Organisationsform erzwingt die eine Erz\u00e4hlung des Unternehmens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"cf85\">Wer entwickelt eigentlich wo in der SPD neue Inhalte und darf sie dann der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren? Warum kann man in dieser Partei keinen einzigen Vorschlag machen, ohne automatisch einen Frontenkrieg auszul\u00f6sen? Was von der Parteilinken kommt, ist ja immer gleich unrealistisch. Wenn ein Ex-Minister etwas sagt, h\u00e4tte er das ja vorher einfach umsetzen sollen, statt jetzt von der Seitenlinie rein zu kommentieren. Aus der GroKo rauswollen geht nicht, weil man damit ja die gesamte Parteispitze demontiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"0feb\">Ich kenne Menschen, die sehr schlaue Ideen f\u00fcr die SPD entwickeln, aber gar nicht mehr wissen, wo sie diese einbringen k\u00f6nnten. Es ist in der SPD unfassbar schwierig geworden, irgendeine eine Idee zu pr\u00e4sentieren, ohne bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, dass sie nach wenigen Stunden von irgendeiner \u201eAbteilung\u201c in den Boden gestampft wird. Wir sprechen nicht mehr miteinander, wir konkurrieren gegeneinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"bbbd\">Wie es anders gehen k\u00f6nnte, haben Kevin K\u00fchnert, Manuela Schwesig und Hubertus Heil im letzten Jahr angedeutet. Da sind unterschiedliche Leute aus verschiedenen Ecken der Partei zusammengekommen und haben sich mit Ruhe und Zeit auf ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/sozialstaat\/\">umfassendes Konzept zum Sozialstaat<\/a>&nbsp;geeinigt. Und danach haben sie es der \u00d6ffentlichkeit und der Partei erkl\u00e4rt. Wir brauchen keine linke Abteilung f\u00fcr den Sozialstaat, und eine rechte f\u00fcr die Wirtschaft. Damit verlieren wir, was die SPD ausmacht: Durch Vielfalt innovative L\u00f6sungen zu finden. Wo sind in der SPD die Orte, um das kontinuierlich zu erm\u00f6glichen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"47c2\">An dem Prozess war sicher noch nicht alles perfekt \u2014 es sind gerade hektische Zeiten, das ist OK \u2014 aber ich glaube, dass er in die richtige Richtung zeigt. Wir sollten unsere Inhalte auf diese Weise kontinuierlich \u201e<em>disruptieren\u201c<\/em>. Sonst machen es die Anderen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man Zusammenhalt organisiert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"429f\"><strong>Aber Disruption ist anstrengend.<\/strong>&nbsp;Wenn alles immer infrage gestellt werden kann, verliert man sich schnell. Deswegen stellte sich Steve Jobs nach seiner R\u00fcckkehr Ende der 90er mit einer zentralen Frage vor seine Mitarbeiter, dessen Antwort dem Unternehmen bis heute den n\u00f6tigen Halt gibt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eWho is Apple and where do we fit in this world?\u201c<\/p><cite>\u2013 Steve Jobs <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Oz1_tOXfSeM\">(Video)<\/a><\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"aa26\"><strong>Oder anders gefragt: Wozu braucht es die SPD?<\/strong>&nbsp;Ich habe dazu vor einem Jahr einen&nbsp;<a href=\"https:\/\/fredericranft.de\/artikel\/braucht-es-die-spd-vielfalt-zusammenhalt-fortschritt\/\">Impuls aufgeschrieben.<\/a>&nbsp;Meine Vorschlag lautet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wozu braucht es die SPD?<\/p><p>Die SPD will die Welt verbessern, indem sie faire Kompromisse aushandelt, Vielfalt bewahrt und aus ihr die besseren Ideen f\u00fcr alle in unserem Land entwickelt.<\/p><p>Warum w\u00e4hlt man die SPD?<\/p><p>Wer die Welt noch verbessern will&nbsp;<strong>und dabei nicht nur an sich selbst denkt,<\/strong>w\u00e4hlt die SPD.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"5f06\">Es sind auch andere Antworten m\u00f6glich. Genau, darum geht es. Lasst uns dar\u00fcber austauschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"fa2b\">Wichtig f\u00fcr den Erneuerungsprozess ist es, mit dieser Frage zu beginnen und eine Antwort zu finden. Ohne Antwort wird es kein Comeback geben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man die richtigen Ziele findet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"7c28\"><strong>Apple k\u00fcmmert sich nicht darum, was ein Ger\u00e4t theoretisch kann, sondern was es im Alltag effektiv leistet.<\/strong>&nbsp;Wenn das Produkt gut genug f\u00fcr den Alltag ist, wird es gekauft, wenn nicht, dann eben nicht \u2014 daran k\u00f6nnen technische H\u00f6chstwerte auch nichts \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"7822\">Die SPD muss bei Themen konkurrieren, bei denen sie unser Leben sp\u00fcrbar verbessern kann. Haltungsfragen und Radikalit\u00e4t allein f\u00fchren zu wenig, wenn die SPD kein Angebot f\u00fcr unseren Alltag macht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man Sinn erzeugt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"270b\"><strong>Apple denkt nicht zuerst an den Profit.&nbsp;<\/strong>Er ist erst die Folge des h\u00f6heren Ziels. Jonathan Ive:&nbsp;<em>\u201eApple\u2019s goal isn\u2019t to make money. Our goal is to design and develop and bring to market good products\u2026We trust as a consequence of that, people will like them, and as another consequence we\u2019ll make some money. But we\u2019re really clear about what our goals are.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"0748\"><strong>Die SPD muss Umfragen ignorieren, vielleicht sogar manchmal ein Wahlergebnis.<\/strong>&nbsp;Wir m\u00fcssen nicht immer um 18:05 Uhr sagen, dass wir jetzt aber verstanden haben. Das Ziel von Politik ist nicht Wahlen zu gewinnen, sondern unser Leben zu verbessern oder zu erkl\u00e4ren, wie das m\u00f6glich w\u00e4re. Wenn der SPD das gelingt, folgen auch die Wahlergebnisse. Andersherum wird es nichts. Dann f\u00fchren wir Debatten dar\u00fcber was beliebt sein k\u00f6nnte oder wahltaktisch gerade klug erscheint, nicht was wir eigentlich wollen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/mobile.twitter.com\/mspro\/status\/1139500787262992385\">Die Leute merken das. Immer.<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"0748\">Die GR\u00dcNEN haben sehr lange f\u00fcr Positionen gestritten, die nicht ann\u00e4hernd mehrheitsf\u00e4hig waren. Vor Fukushima (das war nach dem rot-gr\u00fcnen Atomausstieg!) waren nur 26% der Westdeutschen gegen die Atomkraft. Danach 42 Prozent <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/energiepolitik\/umfrage-fuer-die-f-a-z-zur-atomkraft-eine-atemraubende-wende-1628015.html\"><sup>[Q]<\/sup><\/a>. Heute sind 76% eher oder voll und ganz dagegen <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/196207\/umfrage\/meinung-zum-gebrauch-von-atomenergie-in-deutschland\/\"><sup>[Q]<\/sup><\/a>. Es war vielleicht keine ganz dumme Idee, an diesem Ziel festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"4fc7\">Die GR\u00dcNEN konnten das, weil sie eine so klare Idee davon haben, wozu es sie braucht: Den Planeten sch\u00fctzen. Sie h\u00e4ngen nach Jahrzehnten noch auf Parteitagen das Plakat&nbsp;<em>\u201eWir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man fokussiert bleibt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"24d8\"><strong>Deswegen ist Apple immer auf der Suche nach langfristigen Entwicklungen.<\/strong>&nbsp;Steve Jobs:&nbsp;<em>\u201eThese waves of technology, you can see them way before they happen, and you just have to choose wisely which ones you\u2019re going to surf. If you choose unwisely, then you can waste a lot of energy, but if you choose wisely it actually unfolds fairly slowly. It takes years\u2026\u201c<\/em>&nbsp;Apple entwickelt Produkte f\u00fcr M\u00e4rkte, die alle Konsumenten betreffen und zuk\u00fcnftig wichtiger werden. Und nur dann, wenn Apple so positioniert ist, dass es zu diesem Markt auch etwas beitragen kann. Tim Cook:&nbsp;<em>\u201eWe participate only in markets where we can make a significant contribution.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"732d\">Die SPD kann und muss sich st\u00e4rker fokussieren. Nicht indem sie Politik f\u00fcr Wenige macht, sondern in dem Sie um wenige Themen wirbt, die Alle betreffen und in Zukunft wichtiger werden. Und bei Themen, zu denen sie glaubhaft und kompetent etwas beitragen kann. Fortschrittliche Umwelttechnologien und gr\u00fcne Industrie statt Klimaschutz. Unser Heimspiel lautet: Umverteilung durch eine CO2-Steuer. Die Digitalisierung der Arbeit statt innerer Sicherheit und vieles mehr\u2014 das bedeutet ja nicht, dass man zu anderen Themen nicht auch Konzepte erarbeiten kann. Aber beim Erkl\u00e4ren der eigenen Politik und dem Werben um W\u00e4hlerstimmen, braucht es diesen Fokus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man Zeichen setzt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"941d\"><strong>Als Steve Jobs Ende der 90er zu Apple zur\u00fcckkehrte, gab es eine neue Firmenzentrale.<\/strong>&nbsp;Den \u201eInfinite Loop\u201c. Das Geb\u00e4ude empfand Jobs als so, wie die Stimmung unter den Mitarbeitern gerade war. Nicht so geil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"a5f2\">Vorne ist so ein technischer Glast\u00fcreingang. Dahinter eine ultra-hohe, kantige, zugige, glasige, kalte Lobby mit grauenvoller Akustik. Das Geb\u00e4ude wurde 1993 eingeweiht, also drei Jahre vor dem Willy-Brandt-Haus mit seiner technischen Eingangst\u00fcr, ultra-hohen, kantigen, zugigen, glasigen, kalten Lobby mit grauenvoller Akustik. Steve Jobs hat da dann riesige&nbsp;<a href=\"https:\/\/media.wired.com\/photos\/5b99a90806b12508e73afc28\/master\/w_2000,c_limit\/InfiniteLoop-51098210-w.jpg\">\u201eThink different\u201c-Banner<\/a>&nbsp;aufh\u00e4ngen lassen, die die Mitarbeiter des Hauses abfeierten. Und danach hat er eine neue Zentrale geplant. So ein Ortswechsel ist manchmal n\u00f6tig. Es muss f\u00fcr die SPD ja kein rundes Raumschiff werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man Ballast loswird<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"e3b0\"><strong>Steve Jobs brauchte dringend Geld, um Apple retten zu k\u00f6nnen.<\/strong>&nbsp;Das bekam er \u00fcber eine Partnerschaft vom Rivalen Microsoft. Ausgerechnet! Als er diese Partnerschaft auf einer Developer Conference vor Apple-Entwicklern und Anh\u00e4ngern verk\u00fcndete, buhte der Saal. Steve Jobs Antwort:&nbsp;<em>\u201eWe have to let go of a few notions here. We have to let go of the notion that for Apple to win, Microsoft needs to lose.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"b19d\">Die SPD-Analogie denkt sich von allein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie man sich selbst findet<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIt\u2019s not about pop culture, and it\u2019s not about fooling people, and it\u2019s not about convincing people that they want something they don\u2019t. We figure out what\u00a0<strong>we<\/strong>\u00a0want. And I think we\u2019re pretty good at having the right discipline to think through whether a lot of other people are going to want it, too. That\u2019s what we get paid to do.\u201c<\/p><cite>Steve Jobs<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"2262\">Die Aufgabe der SPD ist es, Zukunftsthemen zu identifizieren und in ihre Erz\u00e4hlung zu \u00fcbersetzen. Die SPD scheitert nicht an schlechter Kommunikation, oder weil die Menschen nicht merken, dass sie eigentlich gut regiert. Sie scheitert an fehlender Disziplin und der F\u00e4higkeit gute Inhalte f\u00fcr die Zukunft zu konzipieren.&nbsp;<strong>Sie verliert \u00fcber innerparteiliche- und wahltaktische Spielchen zu h\u00e4ufig aus dem Auge, worum es geht: Politik machen, um unser Leben zu verbessern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was die SPD von Apple lernen k\u00f6nnte<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"8b65\">Die SPD ist heute so kurz vor dem Abgrund wie Apple Ende der 90er. Sie k\u00f6nnte viel davon lernen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Wenn man am Abgrund steht, muss man etwas \u00e4ndern. Aber nicht alles und schon gar nicht weil \u201eExperten\u201c, f\u00fcr die es um nichts geht, das so sehen. Wir k\u00f6nnen als Partei sein, wie wir wollen. Wir m\u00fcssen sein, wie wir wollen. Nur aus dieser inneren \u00dcberzeugung k\u00f6nnen wir andere wieder von uns \u00fcberzeugen. Deswegen ist,<\/li><li>wozu es die SPD braucht, die wichtigste Frage.<\/li><li>Die SPD muss sich jetzt auf sich selbst konzentrieren. Nicht auf die CDU, die Linkspartei oder die GR\u00dcNEN. Die Probleme der SPD kann einzig und allein die SPD l\u00f6sen. \u201eWe have to let go of a few notions here\u2026\u201c Wir m\u00fcssen die anderen nicht angreifen, um zu gewinnen.<\/li><li>Die SPD kann ihre eigene St\u00e4rke nur ausspielen, wenn die Integration verschiedener Gesellschaftsteile auch zu innovativen politischen L\u00f6sungen f\u00fchrt. Wie das gehen kann, habe ich in diesem Artikel unter der \u00dcberschrift \u201eFortschritt\u201c beschrieben. Wir m\u00fcssen eine Plattform f\u00fcr die unterschiedlichsten Menschen aus unserer Partei und der Gesellschaft bauen. Daf\u00fcr braucht es auch unterschiedliche Formate. Das Debattencamp ist eins davon! In Zukunft muss gelten: Egal wer eine gute Idee hat, findet in der SPD einen Partner.<\/li><li>Die SPD muss L\u00f6sungen zu Themen entwickeln, die alle betreffen, in Zukunft wichtiger werden und zu denen sie glaubhaft etwas beitragen kann. Die SPD braucht diesen kommunikativen Fokus.<\/li><li>Wenn die SPD neue Inhalte entwickelt, muss sie sich \u00fcberlegen, wie sie diese erkl\u00e4rt und wie diese in ihre Erz\u00e4hlung eingebunden sind. Jedes Mal. Daf\u00fcr m\u00fcssen Menschen, die die Inhalte entwickelt haben mit Menschen zusammenkommen, die wissen wie man sie unserer vielf\u00e4ltigen Gesellschaft erkl\u00e4ren kann. Und alle Mitglieder m\u00fcssen an jeder Forderung die Frage beantworten k\u00f6nnen, wozu es die SPD braucht.<\/li><li>Die SPD muss sich so organisieren, dass sie sich selbst disruptieren kann. Sonst tun es andere.<\/li><li>Erfolg braucht Zeit. In der Zwischenzeit muss sich die SPD in Disziplin \u00fcben, gerade wenn es mal R\u00fcckschl\u00e4ge gibt. Der SPD stehen viele bevor. \u201eIt takes years\u2026\u201c Wenn wir jetzt verwerfen was uns ausmacht, weil es gerade nicht l\u00e4uft, werden wir untergehen. \u201e\u2026where do we fit in this world?\u201c Die Welt braucht keine zweite CDU, Linkspartei oder GR\u00dcNE.<\/li><li>Es geht niemals um Umfragen und das letzte was wir ben\u00f6tigen ist Taktik.<\/li><li>Ein Comeback ist m\u00f6glich.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SPD steht \u201eam Abgrund\u201c. Was so apokalyptisch klingt, ist eigentlich ziemlich normal. Parteien kommen und gehen. So wie Unternehmen. 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